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Von der Lesehalle zum Informationszentrum -
Die Stadtbibliothek Guben wurde am 23. April 1898 als Städtische Volksbibliothek
und Lesehalle im östlichen Stadtteil, am Markt 12, gegründet. Konnten
zur Zeit der Gründung 2.500 Bände gezählt werden, waren es 1910 schon
6.460. In einer zeitgenössischen Quelle von 1910 kann man lesen, dass
Guben die älteste und umfangreichste Bibliothek der Niederlausitz aufzuweisen
hatte. Bis zum Januar 1945 war der Bestand auf ca. 40.000 Bände, darunter
wertvolle Musikalien, erweitert worden. Im Frühjahr 1945 wurde das Gubener
Rathaus, und mit ihm die Stadtbibliothek, vernichtet. Bereits im Sommer
1945 begann man mit der Schaffung einer neuen Bibliothek. In mühevoller
Arbeit holten die Bibliotheksmitarbeiterinnen aus zerstörten Wohnungen
und Kellern brauchbare Bücher mit einem Handwagen heraus. Mit einem
Anfangsbestand von 2.562 Bänden erfolgte am 20.10.1945 die Neugründung
der Stadtbibliothek Guben.
War die Bibliothek in den 50er Jahren ein Ort der Buchausleihe, hat sich ihr Image zu Beginn des neuen Jahrtausends grundlegend gewandelt. Vielfältige und attraktive Angebote stehen für die Bürger der Stadt zur Verfügung. Neben traditionellen Büchern und Zeitschriften finden audiovisuelle und elektronische Medien ihren Platz in den Regalen. Internetarbeitsplätze werden gern genutzt. Von großem Wert für die regionale Geschichtsforschung ist die „Gubener Zeitung“ von 1871 bis 1944, die auf Rollfilm gesichert, in den Räumen der Bibliothek gelesen werden kann. Neben Ausleihe und individueller Beratung gehören zahlreiche Veranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen zu den Dienstleistungen. In enger Zusammenarbeit mit schulischen und außerschulischen Bildungseinrichtungen werden Medienkompetenz und Freude an der Kulturtechnik Lesen entwickelt. Die Stadtbibliothek hat sich zu einem kommunalen Informationszentrum profiliert, das mit seinen vielfältigen Angeboten ein kompetenter und zuverlässiger Partner für die Bürger der Stadt und des Umlandes ist.


